Betriebsbesichtigung

Am 14. Januar veranstaltete die Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz ihre alljährliche
Lehrfahrt für Bullenmäster und Mutterkuhhalter. Die Tour führte die rund 100 Teilnehmer ins
Saarland. Hier wurden vier Betriebe besichtigt, welche den Berufskollegen gern Einblick in
ihre Betriebsstrukturen und Arbeitsabläufe gewährten.

Erster Anlaufpunkt der Rundfahrt war der Valentinushof in Beckingen-Düppenweiler,
wo wir von der Familie Konrad Klein herzlich begrüßt wurden. Auf dem seit 2011 nach
Biorichtlinien bewirtschafteten Aussiedlerhof werden 65 Mutterkühe der Rasse Limousin
samt Nachzucht und einige Pferde gehalten.
Die Betriebsleiterin Karoline Klein, Landwirtschaftsmeisterin und Reitlehrerin, sowie ihre
Mutter führten uns über das Anwesen und beantworteten geduldig die vielen Fragen der
mitgereisten Berufskollegen.
Seit fast 40 Jahren werden auf dem Hof Limousinbullen anerkannter Zuchtstätten eingesetzt.
In dieser Zeit hat sich eine hervorragende und vor allem auch sehr ruhige Herde mit groß-
rahmigen und gut bemuskelten Muttertieren entwickelt.

Die besondere Fleischqualität der Rasse Limousin wird durch eine späte Abkalbung der
Färsen und somit einer gut entwickelten Jungkuh mit guter Milchleistung, in besonderer Weise
unterstützt. Die Haltung der Mutterkühe auf Stroh und der integrierte Kälberschlupf dienen vor
allem dem Tierschutz, da die Kälber jederzeit eine Rückzugsmöglichkeit haben wenn sie eine
Ruhephase brauchen. Die Fütterung der Herde erfolgt fast ausschließlich durch betriebs-
eigene Futtermittel. Lediglich die lebenswichtigen Mineralien werden in der Fütterung ergänzt.

Der an den Stall angegliederte Laufhof, der auch bei Wind und schlechtem Wetter von den
Kühen freiwillig genutzt wird trägt in hervorragender Weise zur Gesunderhaltung der Herde bei.
Durch die Sonneneinstrahlung wird über die Haut Vitamin D gebildet und steigert damit die
Abwehrkräfte der Tiere auf natürlichem Weg. Der Verkauf der Absetzer, die nicht zur Nach-
zucht benötigt werden, wird im Betrieb Klein auf eine sehr schonende und tiergerechte Weise
vollzogen.
Die Verkaufstiere werden ohne stressige "Transportzeiten" auf dem Hof geschlachtet und
haben somit auch die bestmögliche Fleischqualität die man sich vorstellen kann. Auch die
Zerlegung und die Einteilung der Fleischpartien kann direkt vor Ort für den Kunden erledigt
werden, so dass auch der Kunde ein richtiges Einkaufserlebnis hat, ohne selbst tätig werden
zu müssen.

Das engagierte Auftreten der Familie Klein hat den Lehrfahrtsteilnehmern sehr viel
Spaß gemacht, aber auch der Qualitätsgedanke und der schonende Umgang mit
den Tieren im Betrieb sind in besonderer Weise auffallend und vorbildlich.


Gerhardt Henn, Landwirtschaftskammer Rheinland Pfalz, Dienststelle Kaiserslautern